Einblicke in den Schulalltag an der Neuen Waldorfschule Rendsburg
Am 30. Oktober fand der „Tag der Freien Schulen“ in Schleswig-Holstein statt. Unter dem Motto „Demokratie. Menschlichkeit. Zukunft.“ besuchen landesweit Abgeordnete aus dem Land- und Bundestag Schulen in freier Trägerschaft.
Ich hatte in diesem Zuge das zweite Jahr in Folge die Gelegenheit, mit Schülerinnen und Schülern der Neuen Waldorfschule Rendsburg ins Gespräch zu kommen und einen Einblick in den Schulalltag zu erhalten.
Zunächst durfte ich in der 10. Klasse eine Unterrichtsstunde zum Thema „Petition“ gestalten. Das Thema hatte sich die Klasse im Vorfeld selbst ausgesucht. Aus meiner Perspektive als Mitglied des Petitionsausschusses erläuterte ich den Schülerinnen und Schülern, welchen Zweck eine Petition erfüllt und wie das Petitionsverfahren abläuft: Petitionen geben den Bürgerinnen und Bürgern eine Stimme, können Missstände aufdecken, zur Verbesserung von Gesetzen beitragen und stärken vor allem den Austausch zwischen Bevölkerung und Politik.
Jeder Mensch kann eine Petition einreichen. Nachdem die Geschäftsstelle die formalen Voraussetzungen geprüft hat, bittet der Petitionsausschuss die jeweils betroffenen Stellen um eine Stellungnahme. Auf Grundlage dieser wird die Petition in einer nicht öffentlichen Sitzung beraten. Im Anschluss erhält die Petentin oder der Petent eine schriftliche Mitteilung über die Entscheidung.
Besonders wichtig war mir dabei, den Jugendlichen zu vermitteln, dass sie sich aktiv einbringen und unsere Gesellschaft mitgestalten können. Denn politische Beteiligung beginnt nicht erst im Erwachsenenalter.
Anschließend besuchte ich den Eurythmieunterricht der 11. Klasse. Die Schülerinnen und Schüler bewegten sich zur Musik und präsentierten Choreografien zu klassischen Gedichten. Die Eurythmie versteht sich als eine Art „sichtbare Sprache“, die durch den eigenen Körper und gezielte Gesten zum Ausdruck gebracht wird. Der Unterricht fördert die Motorik, schult das Körperbewusstsein und stärkt das soziale Miteinander. Denn gemeinsame Choreografien erfordern ein präzises Aufeinander-Abstimmen und gegenseitige Rücksichtnahme.
Dabei war deutlich zu spüren, welche beruhigende und entschleunigende Wirkung das Zusammenspiel von Bewegung und Musik entfalten kann – auch auf uns als Zuschauende.
Zum Abschluss durfte ich bei der Theaterprobe der 12. Klasse dabei sein. Am 6. und 7. November führt der Jahrgang das Stück „Die Panne“ von Friedrich Dürrenmatt auf. Die Jugendlichen haben sich zunächst im Deutschunterricht mit dem Werk auseinandergesetzt und anschließend auf Grundlage vertiefender Materialien ein eigenes Drehbuch entwickelt, das sie nun im Rahmen des Theaterunterrichts auf die Bühne bringen.
Besonders erwähnenswert: Die Schülerinnen und Schüler übernehmen die gesamte Gestaltung selbst – vom Bühnenbild über die Musik bis hin zur Lichttechnik.
Ich war beeindruckt von dem Talent, der Kreativität und dem Engagement, das die Jugendlichen an diesem Vormittag gezeigt haben. Freie Schulen bieten eine wertvolle Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen Raum zu geben, um ihre kreativen und musischen Fähigkeiten zu entfalten. Gleichzeitig werden wichtige Kompetenzen wie Achtsamkeit, Teamfähigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme gestärkt.
Vielen Dank an alle Beteiligten der Neuen Waldorfschule Rendsburg für die spannenden Einblicke in den Schulalltag!

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